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Zuckerfrei – Der Versuch

Ohne Zucker leben? Geht das überhaupt? Ist das nicht eigentlich überall drin? Und was ist der Unterschied zu Süßstoff? Ist das gesünder? Fragen über Fragen, die wahrscheinlich jedem in einer Diät einmal begegnen.

Wir versuchen heute einige davon zu beanworten. Anfang Januar haben wir selbst damit begonnen, soweit es geht, zuckerfrei zu leben. Kopfschmerzen und schlechte Laune waren die Folge davon, dafür purzelten aber auch die Kilos. Heute machen wir immer mal wieder zwischendrin eine bewusste Auszeit und verzichten auf Zucker. Besonders nach vielen Festen, Geburtstagen oder Feiertagen wird einem erst einmal wieder bewusst, was das eigentlich mit dem Körper macht, nämlich träge und schlapp.

Zuckerfrei leben – geht das überhaupt?

Natürlich geht das, der Anfang ist aber alles andere als leicht. Wir stopfen uns tagtäglich mit Dingen voll, die uns dick, müde und lustlos machen. Laut WHO sind 25 Gramm Zucker (etwa 8 Zuckerwürfeln) am Tag in Ordnung. Dazu zählen allerdings nicht Früchte, sondern der zusätzliche Zucker. Große Fragerunde: 8 Zuckerwürfel sind jetzt genau wie viel?

Alleine in einem Glas Cola (250ml) stecken 9 Zuckerwürfel – Tagesbedarf gedeckt! Und ein Glas Saft ist nicht besser! Ihr merkt also, unser Leben ist voller unbemerkter Zuckerfallen. Wer’s trotzdem gerne fruchtig mag, soll lieber auf eine selbstgemachte Schorle zurück greifen. Saft ist nicht gleich Saft. Direktsaft ist der qualitativ hochwertigste Saft aus 100% Fruchtsaftgehalt. Saft aus Fruchtsaftkonzentrat besteht ebenfalls aus 100% Frucht, wird jedoch aus Fruchtsaftkonzentrat hergestellt, d.h. die Früchte werden nach der Ernte gepresst und der Saft anschließend unter Vakuum zu Konzentrat reduziert. Nektar besteht aus Obst und Gemüse, welches aufgrund unvorteilhafter Konsistenz nicht als Direktsaft geeignet ist und wird mittels Zucker und Wasser zu Nektar weiter verarbeitet. Fruchtsaftgetränke sind eher Erfrischung als Saft und bestehen aus viel Zucker und wenig Frucht. Also immer auf den Fruchtgehalt achten und mit Wasser mischen. Dann ist auch der tägliche Saft im Rahmen. Zuckerfrei leben funktioniert, bedarf aber einer großen Umstellung.

Wieviele Äpfel könnt ihr am Tag essen? 1-2? Und wieviel Saft? 1 Liter total machbar. Anders dagegen ist es bei einem frisch direkt gepresstem Saft. Dort befindet sich zumindest das Fruchtfleisch noch mit drin und hat damit Kohlenhydrate, die zusätzlich satt machen. Und von frisch gepresstem Saft bekommt man deshalb auch schnell genug. Anders bei den verarbeiteten Sachen. Der Zucker sorgt noch für die Lust auf mehr.

Was macht Zucker eigentlich mit unserem Körper?

Zucker lässt den Blutzuckerspiegel schnell nach oben schießen, weil er direkt ins Blut geht. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin das Hormon Insulin aus. Insulin sorgt dafür, dass der Zucker in die Zellen gelangt, wo er benötigt wird. Viel Zucker bedeutet demnach auch immer wieder viel Insulin, was wiederum die Bauchspeicheldrüse stark belastet. Außerdem aktiviert Zucker das Belohnungssystem im Gehirn, genauso wie Kokain oder Cannabis. Süßigkeiten wirken fast wie eine Droge und spenden Wohlgefühle, sie trösten und verschönern den Moment. Darum ist es so unfassbar schwer, darauf zu verzichten und der Zuckersucht zu entkommen. Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und sogar Alzheimer und Krebs können von zu viel Zucker ausgelöst werden. Einiges ist bekannt, einiges wird auch erst noch erforscht. Zum Nachdenken sollte es aber zumindest anregen. Kein Wunder, warum es auch so schwer ist im Alltag auf Zucker zu verzichten. Es ist wie eine Sucht. Und genauso äußert sich auch der Zuckerentzug: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlappheit, Konzentrationsmangel und und und. Durchhalten lohnt sich. Nach ca 2 Wochen findet man irgendwie alles zu süß und legt den Drang nach Zucker ab.

Was darf ich nun überhaupt noch mit gutem Gewissen essen?

Gute Frage. Wasser, Reiswaffeln und Gemüsebrühe? Essen dürft ihr alles, die Frage ist nur, wie fühlt ihr euch danach? Wer Cola liebt, wird deswegen nicht darauf verzichten. Darum geht es auch nicht. Am Ende ist die Bilanz wichtig. Das Stück Schokolade verursacht keinen Zuckerrausch. Manche schaffen es morgens ohne Zucker nicht aus dem Bett, das ist ok und deshalb nicht weniger ungesund, wenn man am Ende des Tages nicht übertreibt. Am Ende zählt die Bilanz und nicht die einzelnen Mahlzeiten. Krissi mischt zum Beispiel ihr heiß geliebtes Schoko Crunch Müsli mit Basismüsli, so muss sie auf die Schokolade nicht verzichten und hat trotzdem keinen Zuckerrausch. Probiert aus, mit was ihr zurecht kommt und nehmt einzelne Lebensmittel mal genau unter die Lupe.

Warum macht die Politik nichts dagegen?

Es scheint so, als wäre Zucker und besonders der zusätzliche Zucker überall drin. In Cola und Fertigprodukten war wohl jedem bewusst. Aber jetzt ist auch noch das Müsli voll mit Zucker? Warum schaltet sich bei den übermäßigen Zahlen von Übergewicht nicht die Politik ein? Bereits in den 1950er Jahren war die Wirkung von Zucker bewusst. Viele Studien verhinderten aber das Bewusstsein für die gefährliche Wirkung von übermäßigem Zuckerkonsum. Jede Studie ist natürlich auch nur so gut, wie der Sponsor dahinter. Deshalb sind viele Studien mit vorsicht zu genießen. Anstatt Zucker für viele Krankheiten verantwortlich zu machen, stand zu viel Fett für viele Erkrankungen in der Kritik. Low Fat oder light Produkte waren das neue Zauberwort, doch das diese Produkte oft mehr Zucker enthalten, als normal, wird unter den Teppich gekehrt. Und durch diese bewusste Manipulation der Zuckerindustrie hielt sich die Behauptung „viele Jahre in der Gesellschaft. Erst in den letzten Jahren wurde der Zuckerkonsum mehr hinterfragt. Wer jetzt aber denkt, es ist doch klar, dass Zucker dick macht und im Alltag durchaus deutlich zu erkennen, der schaut sich mal bewusst das nächste Bild an:

Das so genannte Kindermüsli (rechts) ist eine wahre Zuckerbombe. Selbst das Sportlermüsli (mitte) ist nicht wirklich gesund, mit so viel Zucker. Alleine das Bio Basismüsli (links) punktet im Vergleich.

Noch heute verhindert die Zuckerlobby viele Dinge, die zu einer Aufklärung führen könnten. Alleine 2010 wurde die Einführung einer Ampelkennzeichnung für Lebensmittel, wobei diese hauptsächlich den Zuckerkonsum anzeigen sollte, von der Lobby verhindert.

Es geht also wieder einmal um das liebe Geld und die Gesellschaft wird dumm gelassen. Wahrscheinlich bekomme ich nach diesem Eintrag wütende Anrufe der Zuckerlobby. Gerne nur her damit. Ich bin nämlich stinksauer auf unsere Politik, wir brauchen keinen Weltkrieg mehr, wir machen uns selbst durch unsere Lebensweise kaputt. Lebten unsere Großeltern nicht viel gesünder? Und wer hat von einem Artz noch nicht die Aussage bekommen: Ernähren sie sich mal gesünder! Was aber ist gesund? Nachdem ich die ganzen Fotos angeschaut habe, ist mir einiges vergangen. Selbst das vermeindlich gesunde Glas Orangensaft kann ich nun nicht mehr mit gutem Gewissen trinken. Viele Krankheiten würden durch eine gesunde Lebensweise nicht entstehen, was aber machen wir? Tabletten, Spritzen oder Shakes sind einfacher zu konsumieren, als sich mal eine Stunde Gedanken über unser Essverhalten zu machen. Nebenbei machen wir die Pharmaindustrie um einiges reicher. Wird sich daran die nächsten Jahre etwas ändern? Wahrscheinlich nicht! Die Veränderung liegt aber in der Hand von jedem selbst. In einigen Städten gibt es bereits zuckerfreie Supermärkte, weil die Nachfrage einfach dafür da ist. Ich selbst hatte das Fach Hauswirtschaft in der Schule, dieses Thema wird heute doch völlig außer Acht gelassen. In vielen Bereichen tut sich aber einfach gar nichts.

Jeder ist seines Glückes Schmied!

Wer täglich sein Glas Osaft oder Joghurt will und braucht, soll das auch essen. Ihr seid erwachsene Menschen, nutzt euren Verstand! Dieser Beitrag soll allein euer Bewusstsein für Lebensmittel stärken. Wir wollen hier auch niemandem sein heißgeliebtes Stück Schokolade oder den Sonntagskuchen wegnehmen oder mies machen. Darum geht es auch nicht. Macht euch einfach mal bewusst, was ihr zu euch nehmt und wie ihr euch dabei fühlt. Und dann entscheidet selbst, was ihr davon haltet.

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