Wie vielleicht der ein oder andere schlaue Beobachter unserer Kanäle verfolgen konnte, befand ich mich letztes Jahr auf der Jobsuche. Dabei sind mir einige Themen aufgestoßen, die ich hier einfach mal los werden möchte. Vielleicht gibt dieser Beitrag auch dem ein oder anderen wieder neue Motivation. Die Jobsuche ist schließlich nicht immer leicht!

Die Qual der Wahl

Nur kurz am Rande, ich habe sehr vielfältig studiert, falls mich jetzt jemand fragt, was genau, könnte ich eine halbe Stunde quatschen, da ich mich nie auf ein Feld einigen konnte. Ich war im Ausland und habe so ziemlich jedes blöde Seminar mitgemacht, das angeboten wurde. Dennoch stand aber ich alleine vor der Aufgabe, in welchen Job möchte ich starten? Und die war gar nicht mal so einfach.

Ich habe bereits während meiner Masterthesis angefangen mich nach Jobs umzuschauen, da ich einfach der Mensch bin, der gerne plant und weiß, wohin die Reise geht. Ich habe das lieber alles schon in trockenen Tüchern, aber es gibt auch genügend, die eins nach dem anderen abhaken. Das muss jeder selbst für sich wissen.

Wie habe ich angefangen?

Aller Anfang ist schwer! Ich habe mir eine Region ausgesucht und in diesem Umkreis nach freien Stellen gesucht. Natürlich variiert das je nach Studium oder Arbeitsstelle. Mein Motto war aber, finde ich in diesem Umkreis keine Stelle, ziehe ich meine Kreise eben weiter. Also pimpte ich meinen Lebenslauf, Zeugnisse und Anschreiben auf ein ansehnliches PDF Dokument und schickte eine Bewerbung nach der anderen heraus. Ich nutzte auch meine Kontakte aus Uni oder vorherigen Praktika, um da vielleicht schon einmal etwas vorzufühlen. Für alle, die sich noch im Studium befindet, verknüpft euch, was das Zeug hält, man weiß nie, was die Zukunft bringt. Ich lies meinen Lebenslauf und Anschreiben auch auf einigen Jobmessen durchchecken, um immer auf dem neusten Stand zu sein. Dies half mir sehr viel!

Lese ich heute meine ersten zehn Bewerbungen gruselt es mich und ich entschuldige mich in aller Form bei den Unternehmen, die das lesen mussten. Aber hey, Übung macht den Meister.

Die Vorstellungsgespräche

Irgendwann kam dann schließlich auch die ersehnte Einladung zum Vorstellungsgespräch. Heute weiß ich, eine Einladung bedeutet noch lange nichts. Vorbereitung ist aber auch hier das Nonplusultra, kauft euch Trainer, spielt die Situationen mit der Familie/ Freunden durch. Mir hat dies unheimlich geholfen und spätestens beim dritten Gespräch ist der Puls nicht mehr bei 180. Macht euch Gedanken über Gehalt, Urlaub etc. Einige Standardfragen kommen immer, ihr müsst diese auch einwandfrei beantworten können!

Zur Verteidigung vieler Unternehmen muss ich auch an dieser Stelle sagen, ich hatte viele nette Gespräche, klar auch einige Testfragen, aber im Großen und Ganzen wurde ich immer freundlich empfangen und auch meine Fahrtkosten wurden mir anstandslos überwiesen. Thema Fahrtkosten habe ich übrigens nie wirklich lange rumgefragt, sondern immer sofort die Kosten per E-Mail weitergeleitet, nach dem Gespräch. Außer ich wurde vorher darauf hingewiesen, die Kosten werden nicht übernommen. Einige Male musste ich nachhaken, aber meistens funktionierte dies reibungslos. Ich habe übrigens auch immer eine E-Mail nach dem Gespräch geschrieben und mich bedankt, eventuell sogar auch gleich ab- oder zugesagt.

Die Absagen

Ja auch mit dieser Thematik musste ich mich irgendwann auseinander setzen. Ich hatte zwar ein erfolgreiches Studium mit Praktika und Auslandserfahrung hinter mir, aber die fehlende Berufserfahrung und mein Alter in Kombination mit meinem Geschlecht sprach oft auch gegen mich. Natürlich wurde mir das nie offen gesagt, aber nach ein oder zwei Gesprächen konnte man zwischen den Zeilen lesen. Einige nahmen mich danach auch in den internen Firmenpool auf, für spätere Jobs, aber dies half mir zu der Zeit noch überhaupt nichts. Zu hören, welch tolle Persönlichkeit für das Alter und Lebenslauf vor einem sitzt und im nächsten Satz hören zu müssen, aber ich bin mir unsicher, wie das so ohne Erfahrung funktioniert, gehörte langsam zum Alltag.

Einmal bekam ich eine Absage mit der Aussage: “Ich muss Ihnen leider absagen, da der Funke zwischen uns beiden einfach nicht übergesprungen ist!” Ich frage mich bis heute, welcher Funke da hätte überspringen sollen. Aber dies sei mal dahin gestellt.

Aber auch ich musste lernen, mit Absagen klar zu kommen und meine Ausbildung nicht völlig in Frage zu stellen. Je mehr solcher Sätze und Absagen ich auch hörte, desto agressiver und deutlicher wurden auch irgendwann meine Bewerbungsschreiben. Bis es schließlich irgendwann funktionierte und ich vor neuen Problemen stand, aber das ist eine andere Geschichte.

Fazit

Lasst den Kopf nicht hängen und ich möchte an dieser Stelle mal ehrlich zu euch sein, denn diese Erhlichkeit habe ich in den ganzen Jobgesprächen irgendwie vermisst. Niemand erzählt wirklich öffentlich, wie viele Bewerbungen raus gingen oder wie verzweifelt man einfach ist.

Ich habe während meines Studiums schon Zeit mit der Jobsuche verbracht, richtig intensiv habe ich allerdings nur zwei Monate gesucht. Währendessen habe ich wahrscheinlich unzählige Male Ben angezickt, wollte mich verkriechen, hatte Geldsorgen und habe teilweise in den Tag hinein gelebt. Also habe ich mir tatsächlich einen Nebenjob gesucht, damit so etwas nicht mehr passiert und man einfach beschäftigt ist. Außerdem habe ich alle möglichen Stellenportale, sogar Zeitungen oder Xing durchforstet. Teilweise habe ich auch einfach frech angerufen im Unternehmen und gefragt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, genauso auch bei den Bewerbungen.

Insgesamt habe ich 60 Bewerbungen abgeschickt, ich hatte davon 6 Gespräche und 6 Bewerbungen sind bis heute noch offen. Am Ende hatte ich zwei Zusagen und für Eine habe ich mich entschieden!

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere!

Findet für euch einen Weg und bewerbt euch auch einmal in völlig neuen Branchen. Ihr habt nichts zu verlieren!

 

Bildquellen: Pixabay

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